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Auslandspraktikum in Vicenza

Unser Lehrling Julian Gassner absolvierte im Oktober 2017 ein vierwöchiges Auslandspraktikum im italienischen Vicenza. Wir haben mit ihm ein Interview über seine Erfahrungen geführt.

 

Julian, du durftest im Oktober dein vierwöchiges Praktikum in Vicenza, Italien, im Rahmen der „Let’s-Walz“-Initiative der WKNÖ absolvieren. Um das zu erreichen, hast du dich, gemeinsam mit 23 weiteren Lehrlingen, gegen mehr als 150 Mitbewerber durchgesetzt. Bist du stolz auf diese Leistung?

Natürlich bin ich auch ein bisschen stolz, dass ich das erreichen konnte, was ich mir in den Kopf gesetzt habe. Vor allem bin ich aber auch dankbar, dass mir die Firma und meine Ausbildner so eine Erfahrung ermöglicht haben. Das ist nicht selbstverständlich.

Erzähl‘ mal von den ersten Tagen: wie war die Anreise, das Kennenlernen der Mitreisenden, die Gastfamilie?

Die Anreise war sehr anstrengend, weil wir bei der Ankunft eine lange Zugfahrt von Wien über Innsbruck nach Vicenza hinter uns hatten. Im Vorhinein hatten wir kaum Informationen über die Praktikumsbetriebe und Gastfamilien, was aber wohl von den Organisatoren beabsichtigt war. Mit den anderen Lehrlingen habe ich mich schnell gut verstanden, bei so einem Projekt sind ja alle zumindest in einem gewissen Maße „gleichgesinnt“.
In den ersten Tagen und am ersten Wochenende haben wir auch ein Kulturprogramm mit einer Stadtführung durch Vicenza und Ausflügen nach Venedig, Verona und Padua unternommen.
Meine Gastfamilie und die Unterkunft möchte ich auf jeden Fall positiv hervorheben. Die Gasteltern waren sehr bemüht um uns, alles war sehr sauber und ordentlich. Dass wir keine bestimmten Ausgehzeiten hatten, war sehr angenehm, dadurch hatten wir auch unsere Freiheiten.

Wir wissen bereits, dass du in der Firma „Carpenteria Nuova Vifra“ dein Praktikum absolviert hast.

Genau, das ist ein kleiner familiärer Schlosserbetrieb mit sieben Mitarbeitern. Hergestellt werden hier sowohl Einzelanfertigungen, als auch Serienarbeiten.

Welche Erfahrungen hast du dort sammeln können? Wie war das Arbeitsklima und was waren deine Aufgaben?

Ich wurde sehr gut in der Firma aufgenommen und konnte viel Neues lernen. Vor allem konnte ich meine Schweißkenntnisse verbessern und meinen allgemeinen Horizont in der Metallverarbeitung erweitern. Meine Aufgaben waren eigentlich in der ganzen Fertigung verteilt, ich durfte Teile zuschneiden, flexen, biegen und verschweißen. In der letzten Woche konnte ich in die Konstruktion reinschnuppern und wertvolle Erfahrungen für meine Zusatzausbildung (Konstruktionstechnik) sammeln.

War es schwierig, sich mit den anderen Mitarbeitern bzw. dem Chef zu verständigen?

Wir hatten zwar in der ersten Woche einen mehrtätigen Sprachkurs, der war allerdings eher oberflächlich und nicht besonders tiefgreifend. Außerdem konnte nur einer der Mitarbeiter fließend Englisch, dieser hat mir die meisten Aufträge übersetzt. Allerdings hat mein Chef in den Mittagspausen extra für mich Englisch gelernt. Ansonsten haben wir uns „mit Händen und Füßen“ verständigt, das klappt manchmal auch ganz gut.

Natürlich ist nicht immer alles „eitel Wonne“. Gab es auch bei deinem Praktikum Dinge, die du dir anders vorgestellt hast?

Selbstverständlich war nicht alles perfekt. Ein bisschen mehr Informationsfluss im Vorhinein hätte ich mir gewünscht. Auch die An- und Abreise mit dem Zug war, wie gesagt, sehr anstrengend, aber das wäre wohl auch mit einem Bus oder ähnlichem nicht anderes gewesen. Ansonsten gab es eigentlich keine größeren Schwierigkeiten.

Zusammenfassend: wie ist dein Fazit?

Ich bin sehr froh, dass ich bei diesem Projekt teilnehmen durfte. Ich konnte neue Freundschaften schließen und viele Menschen aus anderen Ländern kennenlernen.
Ich würde so ein Projekt jedem ans Herz legen, der seinen privaten und beruflichen Horizont erweitern möchte.